Kanutour vom 20. bis 21. Juni 2009
Ein Bericht von Georg Utzel mit Photographien von Uwe Ohlrogge
Nach einem langen Jahr Wartezeit war es am Wochenende 20./21. Juni 2009 endlich wieder soweit: Die Kanutour stand an. Nachdem ein Teil des Väterkreises bereits zwei Wochen zuvor auf der Sieg unterwegs war und dabei von unten und von oben ordentlich nass geworden war, hofften wir auf das vom Wetter her bessere Wochenende. Die Prognosen gaben uns zwar kaum Anlass zu dieser Zuversicht, aber als wir am Samstagmorgen gegen Himmel schauten, sah es ganz passabel aus. Also Taschen, Schlafsäcke und Zelte gepackt und um 09:00 Uhr auf zum Treffpunkt. Na ja, mit ein wenig Verzögerung waren dann auch alle versammelt, um den Anhänger mit den Kanus zu beladen und an Uwes Kupplung zu hängen, den Versorgungswagen mit den Campingutensilien zu beladen und um die passende Schwimmwesten anzuprobieren.
Um kurz vor 10:00 Uhr saßen wir dann alle in den gepackten Fahrzeugen und starteten Richtung Dattenfeld, wo wir die Kanus zu Wasser lassen wollten. Nach einem kurzen Zwischenstopp auf dem Zeltplatz in Bach, wo wir den Versorgungswagen mit den Zelten abgestellt haben, ging es dann endlich auf das letzte Stück Straße. Die Spannung und Aufregung war den Kindern zu dieser Zeit schon deutlich anzumerken.
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In Dattenfeld angekommen, haben dann alle gut mit angepackt, so dass wir die fünf Bote und das Tagesgepäck schnell am Ufer und die Autos sowie den Anhänger sicher abgestellt hatten.Leider mussten wir dabei die an dieser Stelle in der Morgensonne dösenden Enten und Gänse ein wenig zur Seite drängen, aber sie schienen es uns nicht besonders übel zu nehmen. Die Kinder mussten wir davon abhalten, vor lauter Vorfreude schon auf dem Trockenen ihre Plätze in den Booten einzunehmen. Bevor wir die Boote dann endlich zu Wasser lassen konnten, hat Jörg, der Organisator dieser Tour, uns noch ein wenig eingewiesen und die letzten Sicherheitshinweise gegeben.

Dann endlich konnten wir um ungefähr 11:30 Uhr bei stabilem Wetter die Boote besteigen. Was für ein Moment für uns alle! Für die einen, weil sie schon seit gut einem Jahr dieser Tour entgegengefiebert hatten und für die anderen, weil sie sich zum ersten Mal auf dieses Abenteuer eingelassen hatten und es jetzt endlich per Paddelschlag losging. Grandios!

Allerdings hielt diese Begeisterung nur fünf Meter, da es dann bereits hieß ‚aussteigen’ um die erste Flachstelle zu überwinden.

Die nassen Füße störten uns allerdings wenig, denn es sollte eine der ganz wenigen Flachstellen für diesen Tag bleiben – der Wasserstand der Sieg war wirklich gut. Es schien uns ein ganz wunderbarer, spannender Tag bevorzustehen und dass Wetter sah ebenfalls noch sehr gut aus, so dass alle Ihre Regenkleidung sicher in den wasserdichten Tonnen verstaut ließen. Die Laune war bei allen Teilnehmern bestens. Selbst die Neulinge hatten schnell die richtige Paddeltechnik raus, was dazu führte, dass schon früh die ersten kleineren Wettfahrten aufgenommen wurden.

Die nächsten zwei Stunden liefen dann optimal. Das Wetter hielt, es war bewölkt bis sonnig und nicht zu heiß, also zum Paddeln die idealen Bedingungen. Ein paar ganz wenige Regentropfen zwischendurch konnten uns die Stimmung nicht vermiesen. Es war nicht mal nötig, die Regensachen auszupacken.
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Für ungefähr halb drei hatten wir einen Zwischenstopp in Herchen geplant, allerdings sollte es doch anders kommen. Kurz vor unserem Pausenziel zog sich der Himmel zu und es begann zu regnen. Alle hatten im Nu ihre Regenjacken und Hosen aus den Tonnen gekramt und hofften auf einen nur kurzen Schauer. Da es aber zunehmend stärker regnete, haben wir am linken Ufer, unter über der Sieg hängenden Bäumen, Schutz gesucht und uns in einem großen Kanupulk dort festgemacht.

Nach ca. einer viertel Stunde hörte es dann auch wieder auf zu regnen und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen. Wie wir dann feststellten, hatten wir unseren ungeplanten Aufenthalt nur circa 300 Meter vor unserem eigentlichen Pausenziel eingelegt. Die Freude war bei allen groß, dass es bis zum ersehnten heißen Kakao und Kaffee so nah war.Zwar konnten wir die Boote nicht verlassen, hatten hier aber ein recht trockenes, gemütliches Plätzchen gefunden, wo wir den Regen überdauern konnten. Die hervorgeholten Schokoladenkekse und Weingummitüten taten ihr Übriges dazu bei, die Mannschaft bei Laune zu halten.
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Nach einer kurzen Rast haben wir uns dann wieder in die Kanus begeben, um die noch lange Strecke bis nach Bach aufzunehmen. Das Wetter hatte sich wieder stabilisiert und hin und wieder blinzelte auch kurz die Sonne auf uns herunter, was die Stimmung durchaus beflügelte.

Waren wir bis dahin noch recht einsam unterwegs gewesen, gesellten sich am Nachmittag verschiedene andere Kanutruppen um uns herum. Es wurde teilweise richtig voll auf der Sieg, so dass wir bei der ein oder anderen Stromschnelle auch schon einmal abstimmen mussten, wer zuerst fährt. Spannend wurde es dann wieder bei ‚der Stromschnelle’ bei Eitorf, die immer für einige Überraschungen gut ist. Uwe war mit seinen Kindern zuerst dort. Aufgrund seiner guten Ortskenntnisse, konnte er sie ohne größere Schwierigkeiten meistern, um direkt danach für gute Aufnahmen anzulanden. Als Zweiter kam Markus mit seinem Sohn dort an. Als Neuling auf der Sieg konnte er zwar Uwes Hinweise und Tipps noch sehr gut umsetzen, so dass er ein unmittelbares Kentern erfolgreich vermied. Die Situation war aber so brenzlig, dass er, um seinem Sohn das Kentern zu ersparen, freimütig über Bord ging.
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Zum Glück hatten wir an dieser Stelle sonst keine weiteren Verluste zu beklagen.

Allerdings boten die um uns herum fahrenden Kanuten mal wieder ein tolles Spektakel. Mehrer Boote kenterten hier. Zum Glück handelte es sich bei allen um junge, fitte Sportler, die der Situation jeweils eine Menge Spaß abringen konnten.
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Nachdem Markus wieder trockene Sachen angezogen hatte ging es dann Richtung Zeltplatz. Zum späteren Nachmittag zog sich die Strecke doch ein wenig, insbesondere vor dem sich zuziehenden Himmel.

Und es kam, wie es gemäß Wettervorhersage kommen musste: kurz vor unserem Tagesziel begann es Bindfäden zu regnen. Zwar konnten wir uns noch halb trocken an das Ufer des Campingplatzes retten und Schutz unter einem großen Baum suchen. Aber hier mussten wir dann eine knappe Stunde ausharren, bis es endlich aufhörte zu regnen.
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Noch nicht vollständig entmutigt, nutzten wir die Regenpause zum Zeltaufbau.

Da alle mit angepackt haben, waren unsere Unterkünfte sowie unser Gemeinschaftsplatz unter einer großen Plane in Windeseile aufgestellt. Als dann auch die ersten Würstchen vom Grill den Weg in die hungrigen Mägen gefunden hatten, stieg die Stimmung auch wieder merklich. Leider hatte sich Markus Sohn beim Anlanden des Kanus schmerzhaft und blutig am Zeh verletzt. Nach der ersten einfachen Versorgung der Wunde entschloss er sich aber zur Freude aller, die Tour fortzusetzen. Der restliche Abend verlief bei guter Laune wettertechnisch trocken.bild23_2009_06_20.jpg
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Auch in der Nacht meinte es Petrus gut mit uns.

Beim morgendlichen Frühstück lachte sogar ein wenig die Sonne. Die Betonung lag leider auf wenig. Denn noch während der Vorbereitung für das Frühstück zog sich der Himmel bedrohlich zu.Wir entschieden, die Zelte unmittelbar abzubauen, solange es noch halbwegs trocken war. Diese Entscheidung war goldrichtig. Denn noch während wir die letzten Heringe aus dem feuchten Boden zogen, begann es wieder stark zu regnen.

Jörg hatte zwischenzeitlich mit dem Campingplatzwart gesprochen, der Mitleid mit uns hatte und uns einen Gemeinschaftsraum für ein gemütliches, trockenes Frühstück zur Verfügung stellte. Hier verbrachten wir die nächsten eineinhalb Stunden mit Essen, Kaffeetrinken, Spülen und Wetterbeobachten. Wir hatten zwar alle unsere Teller und Vorräte ordentlich aufgegessen, aber das Wetter hielt sich einfach nicht an althergebrachte Regeln.

Nach kurzer Beratung und einem letzten Blick zum düsteren Himmel entschieden wir, die Tour von Bach nach Hennef lieber in den durch die nassen Ausrüstungsgegenstände mittlerweile auch halbfeuchten Autos fortzusetzen und damit die Kanutour abzubrechen – schade. 
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Trotz des zwischenzeitlich schlechten Wetters und des Abbruchs, kann ich für meine Kinder und mich resümieren, dass die Kanutour auch dieses Jahr wieder sehr viel Spaß gemacht hat und ein tolles Gruppenerlebnis war.

Wie jedes Jahr war es auch ein wunderbares Naturerlebnis, so aus eigener Kraft durch das Siegtal zu paddeln. Und die ‚Stromschnellen’ sowie die Übernachtung im Zelt haben doch immer wieder einen Hauch von Abenteuer. Bis zum nächsten Sommer wird der Regen vergessen sein und wir sind bestimmt wieder dabei.

An Jörg und die anderen Organisationshelfer an dieser Stelle noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön!

Georg Utzel

Im Juli 2009