Familienausflug ins Freilichtmuseum Lindlar
Es ist wie eine kleine Zeitreise, der Besuch in ein Freilichtmuseum. Eines von diesen Museen ist von uns nicht weit entfernt, es ist das Freilichtmuseum in Lindlar im Oberbergischen Kreis.

Dieses Museum zeigt das Leben im Bergischen Land und betrifft uns als Heisterschosser, Happerschosser und Bröler, da wir so als noch letztes Zipfelchen des Bergischen Landes gelten können.

Eine solche Zeitreise ist immer wieder auch Zeit der Besinnung auf die wirklich wesentlichen Dinge des Lebens, auf die grundlegenden Werte, die die Menschen damals geprägt haben. Werte, die wir in unserer Zeit doch oft vergessen oder einfach nicht mehr in der Lage sind, zu achten und zu erhalten.

Zum Besuch des Freilichtmuseums Lindlar hat der Väterkreis am 28. Juni 2009 eingeladen. Und trotz der beginnenden Sommerferien haben sich einige Familien auf den Weg gemacht._dsc7387.jpg

_dsc7392.jpgGanz am Anfang trifft man auf den Hof Peters. Dies ist eines der wenigen Gebäude, das nicht in das Feilichtmuseum umgezogen ist, sondern schon immer hier an Ort und Stelle stand. Dieser Hof ist der eigentliche Ursprung des Museums.

Auf dem Hof wohnten bis in die 70er Jahre zwei Schwestern. Sie haben dort bis in diese Zeit nur das nötigste renoviert und auf den Luxus, den wir auch schon zu dieser Zeit kannten, verzichtet. In diesem Zustand ist das Haus heute besichtigen. Hier ist der Hintereingang zu sehen, der von der Küche in den Garten führt.

Und hier sehen wir zwei Urbewohner aus dem Bergischen Land. Nach einer langen Wanderung stärken sie sich an ihren Stullen.

Die Nachforschungen haben ergeben, dass es sich wahrscheinlich um einen Vater aus Heisterschoß handelt mit seinem Sohn. Aufgrund der voluminösen Behältnisse auf dem Rücken des Jungen und auf dem Boden vor dem Vater lässt sich schließen, dass es sich vermutlich um Wegelagerer handelt.
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_dsc7402.jpgDieser prächtige Hahn ist Bestandteil des Hofs Peters. Man musste nicht lange nach ihm suchen, durch sein Krähen ist man recht schnell auf diesen Gesellen aufmerksam geworden.

So in etwa könnte es vor 50 Jahren auf dem Hof ausgesehen haben. Nach wie vor wird dieser Hof wie auch viele andere Gebäude im Museum bewirtschaftet, dabei tragen die Bewohner natürlich auch die Kleidung, die in die Zeit passt. _dsc7406.jpg

_dsc7412.jpgDie einzelnen Gebäude liegen in diesem Museum recht weit auseinander. Auf diese Weise entsteht eine räumliche Distanz zwischen den Häusern und Dörfern, die einen den Begriff Nachbarschaft neu definieren lässt.

Vor oder hinter dem Zaun, alles eine Frage der Blickrichtung. Jedenfalls waren auf der einen Seite die Enten, auf der anderen Seite die Besuchergruppe aus Heister- und Happerschoß. _dsc7414.jpg

_dsc7446.jpgPräsentiert werden hier die Funde, die bei Grabungen im Grauwackesteinbruch gemacht wurden.

Es ist leider nicht eindeutig zu erkennen, welches Edelmetall hier präsentiert wird. Das Bildmaterial wird jedoch durch Experten noch geologisch ausgewertet werden, sobald wir hier Erkenntnisse haben, werden wir die entsprechenden Analysen zur Verfügung stellen.

Reduktion auf das Wesentliche.

Dies ist der Blick in die Backstube. Auf dem Blech wartet der Butterkuchen, in den Ofen zu kommen. Vorher kommt das Vollkornbrot, danach der Sonntagsstuten, erst dann erst kommt der Kuchen an die Reihe.

Alles wird im Steinofen gebacken.
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_dsc7486.jpgBei so vielen Fäden, wer behält da noch den Durchblick. Gewebt wird auf diesem Webstuhl ein grobes Leinentuch.

Dieser Blick geht in Richtung der Schankwirtschaft "Fritz Römer" im Nachbardorf. Dies ist das Schieferhaus, das zwischen den Bäumen zu sehen ist. _dsc7496.jpg

_dsc7507.jpgHier ein Blick in die gute Stube, die zu der Bandweberei gehört, die umringt von einem wunserschönen Bauerngarten an einem Hang liegt.

Diese Stube wurde nur sonntags oder an Feiertagen genutzt, ansonsten hat man sich ausschließlich in einer recht kleinen Küche aufgehalten. Aber auch die gute Stube ist kein Raumwunder, sie ist so ca. 12 qm groß.

Dies ist ein Blick aus dem Fenster des Webstuhlraums hinaus in den Bauerngarten.

Gewebt wurde ca. 14. Stunden am Tag, an sechs Tagen in der Woche.
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_dsc7562.jpgHier sind wir in der Schankwirtschaft. Die Eltern des Schankwirts Fritz Römer haben im gleichen Haus gelebt, und zwar auf der Etage über der Schankwirtschaft.

Die Eltern haben drei Zimmer bewohnt, hier ein Blick auf die "Toilette" im Schlafzimmer.

Nachdem die Eltern verstorben sind, hat Fritz Römer die Wohnung nicht mehr betreten und alles so belassen, wie es die Eltern zurück gelassen haben.

Das ist die Werkstatt der Seilerei.

Hier ein Blick auf den Arbeitstisch und ein Blick aus dem Fenster.
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_dsc7578.jpgEs braucht nicht viel für die Dekoration, eine Flasche Schnaps, etwas Wasser und ein paar Blumen aus dem Garten.

Gesehen in der Seilerei, in der Werkstatt.

Hier an der Seilerei haben wir eine Weile gewartet, denn hier haben die meisten Kinder ihr Springseil selbst hergestellt. _dsc7587.jpg

Gegen 15.00 Uhr waren wir dann wieder am Ausgangspunkt, dem Hof Peters. Gesehen haben wir nur einen kleinen Ausschnitt dessen, was es zu sehen gibt, und viele Eindrücke mitnehmen können, wie es damals so war.

Es lohnt sich, noch mal wieder zu kommen, also bis zum nächsten mal im Freilichtmuseum Lindlar.

Der Väterkreis St. Remigius

(Hinweis: Die Bilder in der hellblau unterlegten Spalte, die zu sehen sind, sind der Internetseite des Freilichtmuseums Lindlar entnommen.)